Frauenlauf Regensburg (Laufbericht H. Appel)

„Wie kann frau die Premiere des Purendure Frauenlaufs in Regensburg von 2014 übertreffen?“

Zitiere Bericht vom 16. 08. 2014 der nunmehr zweimaligen Siegerin und letztjährigen Praktikantin bei der Mittelbayerischen Zeitung Franziska Reng.

“Die Stimmung ist echt fantastisch”, freut sich auch Henriette aus Neuburg. Sie läuft gerne bei jeder Gelegenheit, die sich ihr bietet: Crossläufe, Volksläufe, auch einen Halbmarathon hat sie schon hinter sich. “Die Regensburger Atmosphäre ist wirklich klasse. Nächstes Jahr bringe ich noch ein paar mehr Mädels aus der Heimat mit!”

Obwohl die Begleitung von meinem Sohn Nils viel Freude machte, und er sich in der Hüpfburg austobte, wollte ich heuer ein Auto bzw. Bayern-Ticket mit Kameradinnen mit Toni am Ruder und Auslöser füllen. Einem Neuzugang im Verein hatte ich vom Frauenlauf vorgeschwärmt, und so meldete sich Christiane an.

Nach dem heimischen Stadtlauf am 8. August spazierte ich mit meinen drei Kindern Richtung Vereinsheim, als in einem Vorgarten Kathrin, die ebenfalls beim Stadtlauf teilgenommen hatte, und die ich 13 Jahre vorher im Kindergarten kennengelernt hatte, erzählte, dass sie mich in der Startliste entdeckt hätte. Völlig von den Socken vor Seligkeit, da wir uns zwar über die Jahre oft in der Stadt begegnet waren, aber kaum ein Wort gewechselt hatten, bot ich ihr Mitfahrgelegenheit an. Die Vorfreude war also riesengroß. Mein eifriger Wettkämpfer Anton chauffierte uns, knipste und feuerte uns an.

Neu im Programm entzückten uns die noch spärlich besetzten Kinderläufe sowie die Fluch-der-Karibik Showcrew mit ihren Einlagen. Sie und die super aufgelegten Moderatoren Stephan Irrgang und Rudi Obermeier verzichteten auf ihr Honorar zugunsten der Leukämiehilfe Ostbayern, ein regionales Projekt also.
Startunterlagen gab es nicht mehr im Purendure Shop, sondern im Massagezelt. Das in der Startgebühr von 20,50 Euro inbegriffene Funktionsshirt begeisterte durch feminine Schnittführung und schönem Blauton mit neongrünen Seiten.

Bereits drei Stunden vor dem 18 Uhr Start am Neupfarrplatz kribbelte es. Der Vorspeisenteller bei einem trendigen Griechen in der wunderbaren Fußgängerzone stärkte mich, Anton genoss sein Kuchenritual und Kathrin gönnte sich einen Halloumiteller.

Christiane kam sehr chic gekleidet separat zum Gelände mit Ehemann und zwei halbwüchsigen Söhnen. Selbstverständlich griff ich mir die Veranstalterin, Mama und Weltklasse-Triathletin Sonja Tajsich für ein “Vorher”-Damenfoto. Sie und ihr Partner Tom mobilisieren wirklich alles, was Beine hat. So warben sie unermüdlich für den Radstreckentest am Sonntag für die Challenge 2016. Hut ab, wie Sonja mit ihren Vorbereitungsseminaren schlummernde Energien in Hunderten von Frauen in kürzester Zeit weckte. Obwohl Nordic Walking eine Extra-Wertung erhielt, setzten fast alle komplett auf eigene Muskelkraft und kämpften sich ohne Hilfsmittel in der beeindruckenden Kulisse mit Stolz, Entschlossenheit und “Wir schaffen das”-Willen ins Ziel.

An der Rucksackaufbewahrung vorm Umziehzelt wachte ein waschechter Thüringer, wegen Verletzungspech pausierend nun stets abrufbarer Helfer in Roth und beim Stadtlauf in Schrobenhausen. Er fühlte sich bei so vielen hübschen Damen sichtlich wohl.

Eine halbe Stunde vor dem Startschuss pumpte eine energiegeladene “Vorturnerin” auf der Bühne schier unmöglich zu wiederholende Warm-Up Übungen – die blaue Armee bot ein herrliches Bild.

Als Kathrin dann ihre Kopfhörer aus dem Rucksack holte, ging ich energisch dazwischen: “Du läufst ohne Musik und ich ziehe dich dafür!”

Wer wen zog war bis zum vierten Kilometer nicht immer klar, ich schnaufte ob der schwülen Hitze genauso wie die im Glücksrausch trabende jüngere Kollegin. Den Takt und die Melodie der Schritte, das Donaupanorama und das wie blaue Perlen aneinandergereihte Band von Gestalten in Bewegung auf der Laufstrecke überwältigten nicht nur mich.

Christiane explodierte förmlich auf ihrer Mission, die sechs Kilometer unter 35 Minuten zu bewältigen. Wie sehr ich es ihr gönnte, denn obwohl fast acht Minuten langsamer unterwegs als im Vorjahr, hatte ich mir ja Damenverstärkung sowohl im Verein als auch bei Veranstaltungen sehnlichst gewünscht! So hörte Kathrin nicht auf zu strahlen und schickte mich im letzten Drittel solo weiter, da ich Reserven mobilisieren konnte. Erblickte Stimmungskanone Beate, als eine der wenigen kostümierten Aktiven in pinker Perücke, und gemeinsam animierten wir die gemütliche Kaffee und Kuchen-Straßencafe-Klientel zum Applaudieren.

Welch ein Erlebnis, als Beate mit mir und einer anderen Läuferin an der Hand den Django im Ziel abklatschte!

Letztes Jahr hatte ich fünf Rosen ergattert, diesmal verlor ich mein zartrosa Exemplar zwischen Fußmassage, zwei Erdinger alkoholfrei, Bioobst der Ökokiste und dem Gläschen Prosecco zum Ausklang. Gartenbesitzerin Kathrin schenkte mir ihre apricotfarbene Rose, die sich bis dato in der TSV-Jubiläumsweinflasche auf dem Küchentisch wacker hält. Antons Bischofshof- Radler schmeckte beim Mitschunkeln der Austropop-Klassiker der tollen Band “Baff” ganz hervorragend.

“Baff” und schwitzend hatten wir alle Mühe, einen Bräutigam beim Aufschwatzen seines Bauchladen-Megakitsches loszuwerden. Am Nachbartisch leerten die Kumpels feuchtfröhlich eine Captain Morgan Flasche. Unser Captain Jack Sparrow verhökerte indessen für einen Euro Bananen für die Leukämiehilfe, um die für 2017 geplante Fertigstellung des Patientenhauses auf dem Gelände des Universitätsklinikums Regensburg anzukurbeln. Die braunen geschälten Bananenstücke der Ökokiste Kößnach durfte ich mitnehmen, sie hatten bereits für prima Verpflegung beim See(h)lauf in Neutraubling gesorgt, beides lobte ich in höchsten Tönen.

Die Ergebnisliste landete als Foto auf sämtlichen Smartphones der Damen – sich in alle Richtungen streckend und kreischend. Sonst eine Domäne der Männer, da der Frauenanteil bei Wettkämpfen sich meist zwischen zehn und 22 Prozent bewegt.

Herrlich am nächsten Tag für Urkundendruck online zu lesen: Zeitgemäss – sechs Kilometer Frauenlauf – weiblich 423, männlich: keine Daten gefunden, bitte den Suchfilter entsprechen anpassen!

Fazit: Ganz ohne Kerls läuft die Chose nicht (Themenstadtführungsmotto in Ingolstadt: “Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht”) – Helfer, Führungsradler “schnellste Frau” , Partner, Knirpse, Hopfenteezapfer, Streckenposten, Oberbürgermeister, Hüpfburgsicherheitsdienst und viele mehr.

Alle Jahre wieder die Strahlendosis um jeweils zwei Mitfahrerinnen erhöhen auf der “Strada del Sole” – mp3- Berieselung, Pokerface, Botox und Pillen, nein danke!

Glückwunsch an Kathrins Fabelzeit von 36:20 Minuten als Rennküken.

Henriette Appel

 

Kathrin Winter hat auch ein paar Gedanken zum Frauenlauf geschrieben:

Huhu,

hier ein paar Zeilen über meine persönlichen Eindrücke vom Samstag:

Angefeuert von zahlreichen Zuschauern und einigen Piraten, fiel der Startschuss zum Frauenlauf am Samstag bei idealem Wetter.

Einfach wunderschön war der Streckenverlauf, entlang der Donau und durch die vielen Gassen der Altstadt in Regensburg.

Die Stimmung bei den vielen Zuschauern, auch in den Cafes, war einfach spitze!

Auch die Stimmung zwischen den Läufern war grandios; zusammen ging es Hand in Hand durchs Ziel. Dort angekommen wurde noch viel untereinander gelacht.

Die Party im Anschluss rundete das lustige Event auf jeden Fall ab und die Band Baff sorgte für eine hammer Stimmung!!

Kathrin Winter

 

Bilder von Anton Lautner