Ernährungsvortrag von Rosi Hausladen: Bericht und Bilder

Ernährungsberatung: Hungern Sie nicht!

Die einen wollen eine Bikini-Figur, die anderen fit werden. Wie die richtige Ernährung dabei hilft und welche „Fallen“ sich in so mancher Zutatenliste verstecken. Von Dorothee Pfaffel
Es gibt keine Verbote. Die Menge und der Zeitpunkt sind entscheidend. Und vor allem: nicht hungern! Diese drei Regeln sind für die Neuburger Ernährungsberaterin und LOGI-Trainerin Rosemarie Hausladen elementar, wenn es darum geht, den menschlichen Körper in Form zu bekommen und gesund zu halten. Die 67-Jährige gab am Donnerstagabend im Gruppenraum des TSV Neuburg Tipps für eine ganzheitliche Ernährung und erklärte, worauf vor allem Sportler achten sollen: Was stört die Gesundheit? Welche Fette und Öle sind gut? Sind Kohlenhydrate tatsächlich die besten Energielieferanten? Und welche schädlichen Stoffe verstecken sich oft in der Zutatenliste?
„Aspartam“ nennt sich dieser hinterhältige Inhaltsstoff, der oft im Kleingedruckten fettreduzierter oder zuckerfreier Nahrungsmittel auftaucht. „Aspartam geht sofort ins Gehirn und erzeugt Hungergefühle“, warnt Hausladen. Dieser Stoff werde zum Beispiel in der Landwirtschaft verwendet, damit Ferkel schneller zulegen und schlachtfertig werden. Auch in der chemischen Kriegsführung sei er schon eingesetzt worden. Und nun findet sich dieses „Aspartam“ in vermeintlichen Light-Produkten wieder und löst neurologische Erkrankungen aus – und Übergewicht.
Doch nicht nur die Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln beeinträchtigen die Gesundheit, auch die Art der Zubereitung. Das Erwärmen von Essen in der Mikrowelle sieht die medizinisch geprüfte Ernährungsberaterin äußerst kritisch. Die Aminosäuren eiweißhaltiger Lebensmittel würden dadurch zum Beispiel nutzlos. Außerdem seien Gerichte aus der Mikrowelle sehr schlackenreich, da sich beim Erhitzen die Molekülstrukturen des Essens veränderten. Hausladen: „Diese Schlacken schiebt der Körper in die Bindegewebszellen und das sieht man dann als Orangenhaut.“
Weit weniger schlecht als ihr Ruf sind Hausladens Ansicht nach Fette und Öle – wenn sie naturbelassen und unraffiniert sind. „Drei davon reichen in der Küche“, sagt die 67-Jährige. Leinöl (für die kalte Küche), Olivenöl oder Rapsöl (bedingt erhitzbar) und Butterschmalz (stark erhitzbar). Wichtig für den Körper sind insbesondere Omega-3-Fettsäuren, die beispielsweise im Leinöl und im Rapsöl enthalten sind, aber auch in Wildfleisch, Kaltwasserfischen, Nüssen und geschroteten Leinsamen. Nicht so gut sind Omega-6-Fettsäuren. Hausladen: „Das Omega-3 muss wie eine Feuerlöschdecke die Entzündungen des Omega-6 löschen.“ Besondere Zurückhaltung gilt bei so genannten „Transfetten“, zum Beispiel in Margarine und Schokocreme. Wie die Ernährungsexpertin verrät, versteckten sich diese hinter Formulierungen wie etwa „(teilweise) gehärtete Fette“ oder „hydrogeniert“. Kohlenhydrate seien zwar die schnellsten Energielieferanten, Fette und Öle jedoch die ergiebigsten, betont Hausladen.
Damit der Körper alle Stoffe gewinnbringend verarbeiten kann, ist auch die Reihenfolge der Nahrungsmittelaufnahme von Bedeutung. Hier gilt laut Expertin: Frischkost vor Kochkost. „Unser Magen ist kein leerer Sack, in den wir einfach alles reinschmeißen können. Auf die Schichtung kommt es an.“ So sei es eigentlich am sinnvollsten erst das Obst, dann den Salat und als letztes die Hauptmahlzeit zu verspeisen. Denn ein Schweinebraten liege circa sechs Stunden im Magen, Obst hingegen nur eine halbe Stunde. Würde man die Früchte als Nachspeise essen, jage man eine Dampflok mit einem Schnellzug, erklärt die Ernährungsberaterin.
Und wie werden wir nun satt, ohne Unmengen an Kohlehydraten? Hausladen macht es an einem Vergleich von Toastbrot und Salat deutlich. Etliche Scheiben Toast sind nötig bis sich das Sättigungsgefühl einstellt. Dann schnellt der Blutzucker in die Höhe, fällt aber auch rasant wieder ab. Wer dagegen einen Salat mit Kochschinken und Ei ist, dessen Blutzucker steigt langsam und hält an. Als kleiner Trick könne man noch ein paar Pistazien vorweg essen, sagt die Expertin.
Mit der richtigen Ernährung allein ist es allerdings nicht getan. Das weiß auch Rosemarie Hausladen. Deshalb läuft sie regelmäßig bei der Laufgruppe des TSV Neuburg mit. Sie sagt: „Bewegung und Ernährung funktionieren wie ein Zweikomponentenkleber.“
Dieser Vortrag fand im Rahmen der Halbmarathonvorbereitung des TSV Neuburg statt.

Copyright: Neuburger Rundschau
Den Bericht in der NR unter http://www.augsburger-allgemeine.de/neuburg/Ernaehrungsberatung-Hungern-Sie-nicht-id37557322.html

Herzlichen Dank an Dorothee Pfaffel für die Berichterstattung. Dorothee wird beim Ingolstäther Halbmarathon an den Start gehen.

Bilder von Anton Lautner